Mit guten Bedingungen für Integration wächst die Akzeptanz

IMG_8607Der Dezernent für Soziales, Jugend und Gesundheit, Wolfgang Gall gab einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen.

Das Lagebild im Bereich Geflüchtete zeigte sich im Vergleich zu den Vormonaten relativ´entspannt`. Im Landkreis Havelland gibt es derzeit acht Gemeinschaftsunterkünfte. Die Plätze in den Notübernachtungsstätten sind derzeit nicht belegt und alle drei Traglufthallen leer. Entgegen der Prognosen und jenseits der geschaffenen Unterbringungsmöglichkeiten, sind im Jahr 2016 viel weniger Geflüchtete im Havelland angekommen als erwartet.

Für jene, die im Landkreis eine neue Heimat finden wollen, gibt es in Kürze einen Ansprechpartner. Oliver Kratzsch, der künftige „Koordinator für Asyl“ wird sowohl in Nauen als auch Rathenow vor Ort sein , um den Geflüchteten und den Willkommensinitiativen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Die größten Herausforderungen im Landkreis liegen in den Bereichen Wohnen, Beschäftigung, Bildung und Gesundheit.

Es gibt im Landkreis freien Wohnraum, vor allem im West-Havelland. Die Infrastruktur ist bestens – allein der Weg zu Arbeitsgelegenheiten und Praktikumsplätzen ist weit. Die Jobcenter betreuen derzeit ca. 700 Geflüchtete und schaffen Möglichkeiten der für den Spracherwerb. Prioritäten liegen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und der Vermittlung von Möglichkeiten der Arbeitserprobungen. An den drei Standorten der Arbeitsagentur ist zusätzliches Personal für  die Unterstützung der Integration beschäftigt. Hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern.

Bei der Beschulung von geflüchteten Kindern gibt es eine gute Entwicklung. Der Landkreis hat sich entschieden, im Interesse der Kinder und ihrer Eltern, Schulwechsel zu vermeiden. Trotz Veränderungen bei der Unterbringung werden mit Unterstützung der freien Träger und der Zivilgesellschaft unbürokratische Lösungen gefunden, Kinder und Jugendliche ggf. zur Schule gebracht. Während sich die Situation an den Grundschulen entspannt, zeigt die Diskussion, dass es im Bereich der Oberschulen Kapazitätsprobleme gibt.

Auch die gesundheitliche Versorgung entspannt sich zusehends. Hierbei ist das Engagement der Ärzteschaft hervorzuheben. Die Havellandkliniken haben beispielsweise einen mobilen ärztlichen Service eingerichtet. Impfungen werden mittlerweile durch den öffentlichen Gesundheitsdienst durchgeführt.

Die rege Diskussion im Anschluss des Vortrags bestätigt die positiven Entwicklungen, mahnt aber auch zu weiteren Bemühungen im Bereich des Spracherwerbs und macht deutlich, dass die Zusammenarbeit mit den Ausländerbehörden, hinsichtlich Zeit und Servicequalität, noch Entwicklungsspielräume hat.

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