…das große Ganze – eine Bestandsaufnahme

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Liebe Interessierte,

Ein wesentlichen Part der Konferenz war die Situationsanalyse.
Fragen wie:

     Was kommt auf Sie in Cottbus zu?
Was müssen Sie bei der Weiterentwicklung des LAPs beachten?
Wie könnte eine Situationsanalyse aus Ihrer Sicht sein?
Mit was rechnen Sie und wie könnten Sie sich drauf einstellen?

wurden geklärt.

Im folgenden wollen wir versuchen, euch die Bestandsaufnahme der Demokratieentwicklung und den Stand der Dinge des Lokalen Aktionsplan in Cottbus etwas näher zu bringen.
Hierbei können wir uns selbstverständlich nicht auf Vollständigkeit berufen. Wir geben aber unser Bestes euch einen Einblick in die Diskussion zu geben.

Die Arbeitsschwerpunkte der erstellten MindMap „Situation in Cottbus“ wurden in verschiedene Stränge unterteilt. Hierzu gehören: Integration vs. Diskriminierung, Demokratieentwicklung, und Ohnmacht/Unmut vs. Bürgerengagement. In zahlreichen Wortmeldungen wurden diese Schwerpunkte unterfüttert und mit vielen praktischen Beispielen untersetzt.

Zum einen wurden Wünsche an die Zukunft geäußert, zum anderen wurde auch über Befürchtungen und bevorstehende Hindernisse gesprochen.
Gerade die verschiedenen Blickwinkel der einzelnen Aspekte hat die Diskussion so wertvoll gemacht. Vermeintliche Hindernisse können auch als Chance gesehen werden.

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Demokratieentwicklung – Ohnmacht/Unmut vs. Bürgerengagement 

Schule ist ein wesentlicher Ort für eine nachhaltige Demokratieentwicklung. Hier sollen die jungen Menschen abgeholt werden. Jede Lehrkraft muss Demokratie als wesentlichen Leitbild seiner Arbeit sehen, um so Beteiligungsprozesse zu fördern und alltäglich werden zu lassen. Lichtpunkte in dieser Arbeit sind die RAA-Lehrkräfte, welche mit den verschiedensten Projekten die Demokratieerziehung im Lebensraum Schule wesentlich fördern und voranbringen. So kann zum Beispiel rassistisch motiviertes Mobbing präventiv verhindert werden.
Sie allein können allerdings nicht für Nachhaltigkeit sorgen. Hier muss die Gesellschaft mit einbezogen werden. Demokratische Grundprinzipien müssen den jungen Menschen vorgelebt werden, sodass es für sie zum Selbstverständnis ihrer Person wird.
Damit einhergehend muss auch die Selbstorganisation von benachteiligten Menschengruppen gestärkt werden und auch vorbehaltlos ermöglicht werden.
Bevormundung ist keine Integration und wird die Cottbuser Zivilgesellschaft nicht zum Ziel bringen.

Als großes Hindernis  wurde eine mögliche Schließung des Tagebaus benannt. Sollten 8000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, kann eine große Unzufriedenheit und auch Ratlosigkeit entstehen. Dies ist Nährboden für die Schaffung von Feindbildern.
Stimmen aus dem Plenum sahen dies jedoch als Chance, da sie die Schonung der Umwelt als wichtigen Aspekt sehen und auch zu dem Thema viele engagierte Cottbuserinnen und Cottbuser arbeiten.

Das Plenum ist sich einig: Ein „WIR“-Gefühl muss in Cottbus geschaffen werden, eine gemeinsame Identität soll entstehen. Hier soll es aber nicht zu einer homogenen Masse kommen, sondern die Pluralität gewahrt und daraus positive Effekte gezogen werden.
Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt

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„Vielfalt tut gut – nutzen wir sie!“

Eine weitere Befürchtung wurde geäußert:
„Absolutes Desinteresse von Cottbuserinnen und Cottbuser an politischen Dinge.“
Hier wurde auch an die politischen Parteien appelliert. Die geringe Wahlbeteiligung muss von allen demokratischen Kräften thematisiert werden. Die Politik muss durch konkrete Projekte und erreichbaren Zielen greifbar gemacht werden. Der Zugang zu Engagement muss niedrig gehalten werden, um viele Menschen, auch die die sich noch nicht engagieren, zu erreichen.

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Integration vs. Diskriminierung 

Viele verschiedene Punkte wurden diskutiert. So wurde die Willkommenskultur nicht nur als Kultur verstanden, die die Cottbuserinnen und Cottbusern den neuen Einwohnerinnen und Einwohnern entgegenbringen, sondern auch als Kultur, die gemeinsam mit ihnen zusammen entwickelt und gelebt wird.
Die Integration darf nicht nur darauf aufgebaut sein, die Geflüchteten so viel wie möglich in den Lebensraum Stadt zu holen, sondern auch den Lebensraum Asylbewerberheim möglichst lebenswürdig zu machen bis sich eine bessere Alternative gefunden hat.
Integration darf aber nicht nur auf Flüchtlinge bezogen werden. Es muss ein gesamtgesellschaftlicher Prozess von allen in Cottbus lebenden Menschen entstehen.
Hierzu wird auch ein Integrationskonzept für die Stadt Cottbus befürwortet.
Zugangsbarrieren vielfältiger Art müssen abgebaut werden, und eine offene Zukunft soll geschaffen werden.

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Anmerkung der Redaktion: Jede Verschriftlichung unterliegt einer gewissen Subjektivität. Wir haben versucht vor allem die Knotenpunkte darzustellen. Wir entschuldigen uns, dass einige Einzelmeinungen hier nicht aufgeführt werden, um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen.

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