Arbeitsergebnisse zum Integrationskonzept

Die einzelnen Arbeitstische präsentieren ihre Arbeitsergebnisse.

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Einer der Tische beschäftigte sich mit der Öffentlichkeitsarbeit zur Gewinnung von Ehrenamtlern. Sie wünschen sich, dass die Bürgerschaft offensiver und gezielter angesprochen wird. Die Angebote und Chancen, die eine ehrenamtliche Tätigkeit dort mit sich bringen kann, ist anscheinend auch noch nicht über die einzelnen Kanäle verbreitet worden.
Zusätzlich wäre eine genauere Beschreibung der Tätigkeitsfelder für die Ehrenamtler gewünscht. Dabei muss individueller auf die einzelnen Freiwilligen eingegangen werden.
Probleme, die in mehreren Einsatzstellen auftreten, sollen auch Einsatzstellen-übergreifend gelöst werden. Die Ehrenamtszentrale muss im gleichen Zug neu strukturiert werden.

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Die nächste Arbeitsgruppe suchte nach Lösungen für die bessere Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen Angestellten.
Die ehrenamtlichen Helfer sollten auch für die Betreuung von Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive eingesetzt werden.
Die Kommunikation muss deutlich verbessert werden.
Ebenso fehlt es an adäquaten Formen der Wertschätzung gegenüber Ehrenamtlern.

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Mit guten Beispielen für ehrenamtliches Engagement sollte sich der nächste Tisch beschäftigen.
Zum Einen wünscht man sich- wie schon teilweise praktiziert -eine gewisse Anzahl an mehrtätigen Pausen für ehrenamtliche Unterstützer sowie eine besser Absicherung durch Versicherung etc.. Dafür gibt es schon praktische Versuche.
Ebenfalls als sinnvoll herausgestellt hat sich die Koordination von ehrenamtlichen Kräften durch hauptamtliche Angestellte sowie Fortbildungen für Ehrenamtler.

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Die Integration in das Wohnumfeld ist immer ein schweres Unterfangen. Wie das besser gelingen könnte, hat man in der nächsten Gruppe herausgefunden.
Dazu soll es mehr Hoffeste, Hauslotsen, Gespräche oder Büros zum Treff geben.

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Niedrigschwellige Angebote für Geflüchtete – Wie soll das gehen?
Die Gruppe stellte einige Maßnahmen auf:
Es müssen zuallererst alle in den Blick genommen werden, ob mit oder ohne Bleibeperspektive. So können zum Beispiel gute Kontakte nach Syrien oder Afghanistan hergestellt werden.
Man sollte den Flüchtlingen Angebote zum Handwerken oder adäquaten Bereichen geben.
Für Familien und Kinder soll es eine Verkehrserziehung geben.

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Die Sprache ist ein wichtiger Aspekt bei der Integration.
Es ist unklar ob Familien oder Familienangehörige zusammen die Sprachkurse besuchen sollten, sagt der nächste Arbeitskreis.
Die Bürger, welche die Sprachkurse leiten, sollten nicht nur „Lehrer“, sondern auch quasi kleine Sozialarbeiter und Psychologen sein. (Stichwort Fortbildung)
Nach den Integrationskursen sollten die berufsbezogenen Sprachkurse folgen. Dazu sollten auch die Orientierungskurse im Vorfeld genutzt werden.

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Wie kann kommunizieren kann, wenn man kein Deutsch kann, wollte die nächste Gruppe wissen.
Es sollte eine bessere Verfügbarkeit von Dolmetschern geben, besonders für kurzfristige Notwendigkeiten.
An Stellen wo sie nicht unbedingt erforderlich sind, sollten sie nicht zwangsweise genutzt werden und wenn doch, sollte es mehr Möglichkeiten geben, Feedback zu den Dolmetschern zu verfassen.
In der Verständigung, bei Broschüren und Ähnlichem, fehlt es an fremdsprachigem Material.

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Nächste Gruppe: Fördern und Fordern bei der Arbeitsmarktintegration.
Die Gruppe befand, dass die direkte, verbale Kommunikation im Gegensatz zu Broschüren bevorzugt werden sollte.

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Ähnliches Thema, anderer Tisch: Welche Maßnahmen sind neben Sprachkursen für die Arbeitsmarktintegration notwendig?
Eine große Unsicherheit besteht bei der Wahl der Schulform und bei der Frage ob man sich als erwachsener Flüchtling überhaupt eine Schulbildung gönnen sollte oder direkt Geld verdienen will.
Zudem sollten die Jobcenter Zielgruppen mischen, damit keine ungerechte, einseitige Jobverteilung stattfindet.
Allerdings wird oft festgestellt, dass die Schulkurse für einige Geflüchtete überfordern sind. Da sollten Steilschrauben nachjustiert werden.

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Wann wird die Angst vor Geflüchteten eigentlich zu einem Verstoß gegen die Menschenrechte?
„Gesetze und Ordnung, treffen auf Religion und Tradition.“, sagt einer der Teilnehmer.
Man sollte Flüchtlingen gemeinsame Grundlagen geben um darauf aufbauend ein Verständnis für die Verhältnisse in Deutschland vermitteln zu können. Zudem ist ein großes Problem, dass die Akteure in der Flüchtlingshilfe durchaus wissen, wie die Lage ist, die außerhalb allerdings nicht. Das ist oftmals ein Grund für Verunsicherung und Angst. Hier wird mehr Transparenz gefordert.
Ein weiteres Ziel ist das Entgegenwirken zur Polarisierung in Deutschland. Durch die ständige Relevanz in den Medien entstehen mit der ständigen Auseinandersetzung oft auch Ängste.

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Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen werden nun von der Kreisverwaltung mit in die Erarbeitung des Integrationskonzept aufgenommen. So geht basisdemokratische Flüchtlingspolitik.

 

 

Der Zukunftsdialog in Eisenhüttenstadt – „Integration miteinander – vor Ort.“

Heute gehts weiter mit unseren Zukunftsdialogen in Eisenhüttenstadt!
Ein volles Programm steht uns bevor.
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Dagmar Püschel, Bürgermeisterin der Stadt Eisenhüttenstadt, begrüßte als Gastgeberin die ca. 100 TeilnehmerInnen.

„Meine Strategie und die meiner Verwaltung ist Kommunikation. Ich bin Bürgermeisterin für Alle! Auch für die Flüchtlinge. Ich freue mich, dass wir heute auf dieser Veranstaltung an den vielfältigen Thementischen ganz konkrete Fragen stellen können und ganz konkrete Antworten finden können, die für unsere Arbeit hier wichtig sind. “

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Katja Kaiser, kommissarische Leiterin des Amtes für Ausländerangelegenheiten und Integration Landkreis Oder-Spree, betonte wie vielfältig die Bereiche sind, die mit Integration zu tun haben. Dies zeigt sich auch in der großen Teilnahmezahl. Die TeilnehmerInnen kommen aus den verschiedensten Verbänden, Verwaltungen, Firmen etc. Heute ist es wichtig, zurückzublicken was wir für Erfahrungen gemacht haben und was wir daraus lernen können. Weiterhin betonte Frau Kaiser, dass Anfang des Jahres noch sehr stark auf die Unterbringung der Geflüchteten fokussiert wurde. Jetzt sind Verwaltungen und Ehrenamtliche in der Lage, sich inhaltliche Integrationsthemen vorzunehmen. Hierbei geht es u.a. um Integrationskurse, Verstetigung von Strukturen. „Verlässlichkeit ist gefragt“, sagte sie.

Integration sei kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langer Prozess. Strategien seien nichts Feststehendes.
„Hier müssen wir auch in unserer Kultur und unserer freiheitlichen Gesellschaft, Verlässlichkeit bei unserer Offenheit und Toleranz zeigen.“

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Wir freuen uns auf einen spannenden Tag!

Integrationskonzept Landkreis Oder-Spree

Katja Kaiser aus der Kreisverwaltung Oder-Spree stellt das Integrationskonzept des Landkreises vor.

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Im vorgestellten Konzept wurden einzelne Handlungsfelder definiert. Zum Einen sollen diese auf die aktuelle Gesellschaft vor Ort abzielen, als auch auf die zugewanderten Flüchtlinge.
Zu den Handlungsfeldern gehören Unterbringung, soziale Beratung und Betreuung, gesellschaftliche Integration, Arbeitsmarkt- und Bildungsintegration sowie Gesundheitsmaßnahmen.
Frau Kaiser betont, dass jeder Einzelne bei dieser Herausforderung mitziehen muss.

Bei der Unterbringung muss zuerst die stressfreie Ankunft realisiert werden. Die Ankommenden haben alle unterschiedliche Geschichten und Voraussetzungen, sowohl gesundheitlich als auch persönlich. Das muss hierbei beachtet werden.
Zudem sieht der Landkreis anschließend nicht die sofortige Unterbringung in Wohnungen vor, sondern in Gemeinschaftsunterkünften. Das soll ein vertrautes Klima unter den Geflüchteten in den ersten Monaten sichern.

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Die Geflüchteten sollen parallel natürlich durch soziale Träger betreut werden. Das soll den Kontakt und die Aufnahme in unsere Gesellschaft gewährleisten.

Für die weitere gesellschaftliche Integration soll das Ehrenamt gestärkt werden, vor allem in der Rolle als Förderer und Koordinator. Zusätzlich sollen Angebote zur Kommunikation zwischen Geflüchteten und Einheimischen vor Ort eingerichtet werden.

Zur Bildungsintegration sollen im ersten Schritt vorrangig Grundlagen im sprachlichen Sinne geschaffen werden. Das soll sowohl im frühkindlichen Alter geschehen, als auch in der Erwachsenenbildung. Die Gemeinschaftsunterkünfte bieten ergänzend Sprachkursangebote zum direkten Einstieg.

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Die Integration in den Arbeitsmarkt ist laut Landkreis nicht kurzfristig realisierbar. Zu Beginn müssen die bereits vorhandenen Qualifikationen jedes Einzelnen herausgefiltert werden, um dann entsprechend ihrer Fähigkeiten weitere Schritte einleiten zu können.

Für die Grundlagen in der Gesundheit soll nicht nur hauptsächlich die physische Gesundheit, sondern mindestens genauso stark die psychische Gesundheit gesichert werden. Dafür werden unter anderem Fachkräfte vor Ort bereit gestellt.

Herausforderungen für die Zukunft sind die Kapazitätsplanung im Zusammenhang zur tatsächlichen Zuweisungszahl. Es werden Plätze vorgehalten, allerdings fehlt dem Landkreis eine Landesprognose.
Zudem haben sich die Anforderungen an die Kostenerstattung und die Durchführung der Aufnahme und Betreuung verändert.
Für die Bewältigung der Herausforderungen steht der Landkreis im ständigen Dialog mit der Landesregierung, reibungslos funktioniert es laut Frau Kaiser aber nicht.
Dem Landkreis ist es wichtig, auch selbst Maßstäbe setzen zu können, was zum Beispiel die Betreuung im Migrationsbereich angeht.
Seit August trat das neue Integrationsgesetz in Kraft. Die dort festgelegten Auflagen müssen nun erst einmal erfüllt werden.
Eine besonders schwere, weitere Herausforderung ist das öffentliche Erwartungsbild an die Landkreise im Hinblick auf das Handling der Aufgaben.

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Zu den einzelnen Bereichen, Grundlagen und Aufgaben soll nun an den einzelnen Tischen gearbeitet werden. Die wesentlichen Diskussionsergebnisse werden dann gesammelt und in das Integrationskonzept eingebunden.

Landkreis Oder-Spree

Am 29. September lädt der Landrat des Landkreises Oder-Spree Manfred Zalenga zum 2. Runden Tisch Integration und Zukunftsdialog Tolerantes Brandenburg in Eisenhüttenstadt ein. Thema ist die gesellschaftliche Integration von Geflüchteten im Landkreis LOS.

Donnerstag, 29. September 2016
10.00 – 16:00 Uhr
Gasthaus zur Sonne, Beeskower Straße 220, 15890 Eisenhüttenstadt,

Anmeldung bitte bis zum 26. September an: integration@l-os.de

Einladung und Programm hier.