Interkulturelle Woche Cottbus

Liebe Leserinnen und Leser,

 

bei unserem Zukunftsdialog in Cottbus wurde auch mehrfach über die Interkulturelle Woche gesprochen.  Wir wollen hier auf die Veranstaltung aufmerksam machen!

Organisiert wird die Woche von Flucht und Migration Cottbus (FluMiCo). Die Gruppe beschreibt sich selbst als „[…] eine Gruppe von Menschen, die sich für Geflüchtete und Migrierte in und um Cottbus einsetzt. Ziel unserer Initiative ist es, die Asyl- und Flüchtlingspolitik in der Kommune und darüber hinaus kritisch zu begleiten, sich solidarisch mit geflüchteten Menschen zu zeigen, die hier eine Perspektive suchen, sowie die Öffentlichkeit über die Situation Geflüchteter zu informieren. Seit Anfang 2015 bündeln wir dazu unser Wissen und unsere Stärken, um Geflüchteten und Migrierten eine Stimme zu geben. Wir wollen nötige Ressourcen und Wissen zur Verfügung stellen, sodass diese Menschen ihr Leben in Deutschland selbstständig und eigenverantwortlich gestalten können.“

Die Interkulturelle Woche findet dieses Jahr zum 40. mal statt. Bundesweit finden zwischen dem 27.09-03.10 zahlreiche Veranstaltungen statt.

Herzliche Grüße,

das Team vom Zukunftsdialog Brandenburg

Rechtsextremismus in Cottbus

Auch der Verfassungsschutz, vertreten durch Dr. Jörg Treffke,  informierte die Teilnehmenden über die aktuelle Situation von Rechtsextremismus in der Lausitz.

Wir möchten in diesem Beitrag Ihnen einige Infos zur Verfügung stellen. Für weitere Infos vom Verfassungsschutz, empfehlen wir den Verfassungsschutzbericht.

In Brandenburg sind 1125 Menschen als rechtsextrem eingestuft.
Es ist ein Anstieg bei strukturierten Rechtsextremisten ( Partei und Kameradschaften) zu verzeichnen.

Der Kreisverband der NPD Lausitz zählt derzeit ca. 65 Mitglieder. Trotz der geringen Anzahl, gilt der Kreisverband als einer der aktiveren Kreise.

Der zentrale Termin für den NPD Kreisverband Lausitz ist der 15.02 (15.02.1945 – Bombardierung Cottbus durch die Alliierten). Hier finden Gedenkveranstaltungen/Mahnwachen statt mit, laut Verfassungsschutzbericht 2013 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die TeilnehmerInnenzahlen sind jedoch abnehmend. Jetzt sind noch ca. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verzeichnen.
In Cottbus sind 25 gewaltbereite Rechtsextremisten dem Verfassungsschutz vorliegend.
Er verzeichnet einen merklichen Rückgang der Aktivitäten. Dennoch sind weiterhin viele Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund, vor allem Propagandadelikte, aber auch Gewalttaten.

Die Identitäre Bewegung ist im Süden Brandenburgs seit 2012 aktiv. Es ist ein sehr kleiner Personenkreis, welcher aber maßgeblich an der Organisation der COGIDA Demonstation am 11.02.2015 beteiligt war. (250 TeilnehmerInnen / 350 GegendemonstrantInnen)

Auch die älteste rechtsextreme Brandenburger Band „Frontalkraft“ ist in Cottbus ansässig. Des Weiteren auch die Band Hausmannskost. Mit 24 (dem Verfassungsschutz vorliegenden) rechten Bands hat Brandenburg eine sehr hohe hier verordneter rechtsextremer Bands. Durch die starke Zivilgesellschaft und der guten Arbeit der Politik und Polizei finden jedoch sehr wenige Konzerte in Brandenburg statt und die Bands und ihre Anhänger fahren eher in andere Bundesländer.
Des Weiteren sind auch zwei rechtsextremistische Liedermacher in Cottbus ansässig.

Wir hoffen, wir konnten einen kleinen Überblick über die Situation vor Ort geben.

Herzliche Grüße,

das Team vom Zukunftsdialog

…das große Ganze – eine Bestandsaufnahme

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Liebe Interessierte,

Ein wesentlichen Part der Konferenz war die Situationsanalyse.
Fragen wie:

     Was kommt auf Sie in Cottbus zu?
Was müssen Sie bei der Weiterentwicklung des LAPs beachten?
Wie könnte eine Situationsanalyse aus Ihrer Sicht sein?
Mit was rechnen Sie und wie könnten Sie sich drauf einstellen?

wurden geklärt.

Im folgenden wollen wir versuchen, euch die Bestandsaufnahme der Demokratieentwicklung und den Stand der Dinge des Lokalen Aktionsplan in Cottbus etwas näher zu bringen.
Hierbei können wir uns selbstverständlich nicht auf Vollständigkeit berufen. Wir geben aber unser Bestes euch einen Einblick in die Diskussion zu geben.

Die Arbeitsschwerpunkte der erstellten MindMap „Situation in Cottbus“ wurden in verschiedene Stränge unterteilt. Hierzu gehören: Integration vs. Diskriminierung, Demokratieentwicklung, und Ohnmacht/Unmut vs. Bürgerengagement. In zahlreichen Wortmeldungen wurden diese Schwerpunkte unterfüttert und mit vielen praktischen Beispielen untersetzt.

Zum einen wurden Wünsche an die Zukunft geäußert, zum anderen wurde auch über Befürchtungen und bevorstehende Hindernisse gesprochen.
Gerade die verschiedenen Blickwinkel der einzelnen Aspekte hat die Diskussion so wertvoll gemacht. Vermeintliche Hindernisse können auch als Chance gesehen werden.

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Demokratieentwicklung – Ohnmacht/Unmut vs. Bürgerengagement 

Schule ist ein wesentlicher Ort für eine nachhaltige Demokratieentwicklung. Hier sollen die jungen Menschen abgeholt werden. Jede Lehrkraft muss Demokratie als wesentlichen Leitbild seiner Arbeit sehen, um so Beteiligungsprozesse zu fördern und alltäglich werden zu lassen. Lichtpunkte in dieser Arbeit sind die RAA-Lehrkräfte, welche mit den verschiedensten Projekten die Demokratieerziehung im Lebensraum Schule wesentlich fördern und voranbringen. So kann zum Beispiel rassistisch motiviertes Mobbing präventiv verhindert werden.
Sie allein können allerdings nicht für Nachhaltigkeit sorgen. Hier muss die Gesellschaft mit einbezogen werden. Demokratische Grundprinzipien müssen den jungen Menschen vorgelebt werden, sodass es für sie zum Selbstverständnis ihrer Person wird.
Damit einhergehend muss auch die Selbstorganisation von benachteiligten Menschengruppen gestärkt werden und auch vorbehaltlos ermöglicht werden.
Bevormundung ist keine Integration und wird die Cottbuser Zivilgesellschaft nicht zum Ziel bringen.

Als großes Hindernis  wurde eine mögliche Schließung des Tagebaus benannt. Sollten 8000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, kann eine große Unzufriedenheit und auch Ratlosigkeit entstehen. Dies ist Nährboden für die Schaffung von Feindbildern.
Stimmen aus dem Plenum sahen dies jedoch als Chance, da sie die Schonung der Umwelt als wichtigen Aspekt sehen und auch zu dem Thema viele engagierte Cottbuserinnen und Cottbuser arbeiten.

Das Plenum ist sich einig: Ein „WIR“-Gefühl muss in Cottbus geschaffen werden, eine gemeinsame Identität soll entstehen. Hier soll es aber nicht zu einer homogenen Masse kommen, sondern die Pluralität gewahrt und daraus positive Effekte gezogen werden.
Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt

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„Vielfalt tut gut – nutzen wir sie!“

Eine weitere Befürchtung wurde geäußert:
„Absolutes Desinteresse von Cottbuserinnen und Cottbuser an politischen Dinge.“
Hier wurde auch an die politischen Parteien appelliert. Die geringe Wahlbeteiligung muss von allen demokratischen Kräften thematisiert werden. Die Politik muss durch konkrete Projekte und erreichbaren Zielen greifbar gemacht werden. Der Zugang zu Engagement muss niedrig gehalten werden, um viele Menschen, auch die die sich noch nicht engagieren, zu erreichen.

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Integration vs. Diskriminierung 

Viele verschiedene Punkte wurden diskutiert. So wurde die Willkommenskultur nicht nur als Kultur verstanden, die die Cottbuserinnen und Cottbusern den neuen Einwohnerinnen und Einwohnern entgegenbringen, sondern auch als Kultur, die gemeinsam mit ihnen zusammen entwickelt und gelebt wird.
Die Integration darf nicht nur darauf aufgebaut sein, die Geflüchteten so viel wie möglich in den Lebensraum Stadt zu holen, sondern auch den Lebensraum Asylbewerberheim möglichst lebenswürdig zu machen bis sich eine bessere Alternative gefunden hat.
Integration darf aber nicht nur auf Flüchtlinge bezogen werden. Es muss ein gesamtgesellschaftlicher Prozess von allen in Cottbus lebenden Menschen entstehen.
Hierzu wird auch ein Integrationskonzept für die Stadt Cottbus befürwortet.
Zugangsbarrieren vielfältiger Art müssen abgebaut werden, und eine offene Zukunft soll geschaffen werden.

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Anmerkung der Redaktion: Jede Verschriftlichung unterliegt einer gewissen Subjektivität. Wir haben versucht vor allem die Knotenpunkte darzustellen. Wir entschuldigen uns, dass einige Einzelmeinungen hier nicht aufgeführt werden, um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen.

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…aus der Region #1

Unser erster Beitrag „…aus der Region #1“ beschäftigt sich mit dem besonderen Wappentier der Stadt.

Schon als wir gestern ankamen, fragten wir uns warum steht denn ein Krebs vor der Stadthalle Cottbus? Die Antwort fanden wir als wir die Tagungsmappen mit Stadtwappen sahen. Der Krebs ist das Wappentier der Stadt Cottbus.  Nach einiger Recherche fanden wir verschiedene Erklärungen welche wir euch kurz vorstellen wollen!
Der Krebs als Wappentier ist wohl auf Fredehelm von Cottbus zurückzuführen. Dieser lebte Ende des 13. Jahrhunderts und stammte vom einem fränkischen Adelsgeschlecht ab.
Er trug den Krebs in seinem Wappen.
Der Krebs verkörpert viele Symbole. Zum einen kann durch die Scheren die Angriffsfähigkeit demonstriert werden, zum anderen zeigt der Chitinpanzer die große Abwehrfähigkeit.
Der Panzer eines Krebses erneuert sich jährlich, sodass auch ein religiöser Aspekt der Wiedergeburt mit aufgegriffen wird.
Andere Forscher vermuten, dass es auf die krebsreiche Spree zurückzuführen ist.

Auf jeden Fall einen Besuch wert und eine nette kleine Anekdote!

PS: Cottbus ist nicht die einzige Stadt in der der Krebs das Wappenzeichen ist, es gibt noch einige weitere Städte und Gemeinden, die sich mit dem Krebs identifizieren.

 

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„Cottbus am Start“ – Tag 2

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Liebe Aktive,

wir hoffen, ihr hattet eine ruhige und erholsame Nacht! Schön, dass doch noch einige, selbst am Samstag sich ins Stadthaus eingefunden haben, um mit uns den zweiten Tag des ersten Zukunftsdialog zu bestreiten.

Gerade sind wir bei der Auswertung der gestrigen Situationsanalyse und weiteren Ergänzungen. Viele haben sich über Nacht noch weitere Gedanken gemacht, sodass neue Impulse gegeben werden können.

Später gehen wir dann von der Situationsanalyse in die Kontextanalyse. In thematischen Gruppen werden Ziele und Strategien für „Mehr Demokratie leben in Cottbus“ erarbeitet.
Nach der Mittagspause werden dann die konkreten Maßnahmen für die nächste Runde zur Weiterentwicklung der Demokratie in Cottbus. Hierbei sollen vor allem auch die Ressourcen vor Ort beachtet werden, um die Ziele möglichst umsetzbar zu machen.

Uns steht  ein spannender zweiter Tag bevor und wir wollen viele Erkenntnisse zurück nach Potsdam nehmen.

Herzliche Grüße,
das Team vom Zukunftsdialog Brandenburg